MHC Ligasieger

Zur WU14 Liga-Hallensaison 2024/25 sollten sich elf Mannschaften aus dem Berliner Raum in zwei Gruppen messen. Die jeweils drei Stärksten dieser zwei Gruppen würden in einer abschließenden Endrunde den Liga-Saisonsieger ermitteln.
Der Mariendorfer HC meldete dem Berliner Hockeyverband 20 Spielerinnen, wobei 12 dem eigentlichen Mädchen A- und 8 dem jüngeren Mädchen B-Kader angehörten. Die Staff von Trainer Vincent Spöttlich setzte sich aus den Co-Trainerinnen Kiana Schwager und Vanessa Spöttlich sowie dem WU12-Trainer und MHC-Jugendwart Felix Podewski zusammen.

Eigentlich war der Liga-Auftakt der Gruppe B am 30. November 2024 in unserer hassgeliebten Heimhalle der Gustav-Heinemann-Oberschule angesetzt. Dummerweise legte uns das Schul- und Sportamt des Bezirks Tempelhof-Schöneberg ein Ei und belegte an diesem Samstag die Halle doppelt, sodass wir samt aufgebautem Buffet und fünf angereisten Gästemannschaften nebst Fan-Anhang unverrichteter Dinge die Halle wieder verlassen mussten.
Erst am 11. Januar 2025 konnten sich die Mariendorferinnen in der SG Rotation Prenzlauer Berg-Halle in der Skredzkistraße mit der WU14 Liga-Konkurrenz das erste Mal messen. Ein hart erkämpftes 2:2 gegen Zehlendorfer Wespen 3 sowie ein glückloses 0:0 gegen den Großbeerener HC bescherten die ersten zwei Punkte der Saison. In beiden Spielen konnten klare Chancen nicht in Tore umgemünzt werden. Es war noch Luft nach oben…
Am darauffolgenden Samstag konnte der ausgefallene erste Spieltag in der heimischen GHO-Halle ohne beamtete Ungeschicklichkeit ausgetragen werden. Die Gegnerinnen der MHC-Mädels hießen Berliner HC 2 und TuSLi 3. Zwei Niederlagen konnten an diesem Tag nicht abgewendet werden. Zu stark eingespielt waren die Gegnerinnen, zu wenig druckvoll war unser Spiel nach vorne, zu gering war unsere Effektivität vor dem gegnerischen Tor; auch wenn der Einsatz und der Wille stimmten.
Desgleichen offenbarte der nächste Spieltag in der schönen BHC-Halle der Erich-Kästner-Grundschule: Effektivitätsprobleme gepaart mit zu geringem Selbstvertrauen. Das Spiel gegen SG Rotation PB 2 sowie das Folgespiele gegen BHC 2 gingen jeweils mit 1:3 verloren.
Aufgrund der Winterferien traf man sich erst am 15. Februar wieder. Da dem HC aus Großbeeren keine Halle zur Verfügung stand, durfte abermals der MHC den Spieltag ausrichten; wie es der Zufall so wollte: wieder in der GHO-Halle. Als Tabellenletzte trafen die Mariendorferinnen zum Auftakt wieder auf die Spielerinnen vom TuSLi, welche zu diesem Zeitpunkt bereits Tabellenführerinnen waren. Trotz einer erfolgversprechenden 1:0-Führung kurz nach der Halbzeitpause, fertigten uns die Bezirksnachbarinnen in überzeugender Manier mit 1:3 ab.
Diese Niederlage sollte jedoch heilsam für die Kleeblattmädchen sein.
Zum zweiten Spiel an diesem Tag in der Halle Dahoam traf man abermals auf die technisch begabte Wespen 3 – Mannschaft; die Tabellenzweite. Es waren keine 60 Sekunden vergangen, da führte überraschenderweise der MHC. Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste jedoch unsere Torhüterin Clara hinter sich greifen. Mit dem Ausgleich wollten sich die MHC-Spielerinnen aber nicht abfinden. Durch hohes Pressing und drei perfekt ausgeführte Angriffe stand es kurze Zeit später sage und schreibe 4:1 für die Mariendorferinnen. Das war dann auch der Endstand. Sie hatten das Siegen nicht verlernt.
Der letzte Spieltag wurde von den Zehlendorfer Wespen in der Halle des Dreilinden Gymnasiums ausgetragen. Die MHC-Spielerinnen hatten nunmehr die rote Laterne an den Großbeerener HC abgegeben und waren noch vier Punkte von der viertplatzierten SG Rotation PB 2 entfernt.
Die Kleeblatt-Mädchen musste bis zur Mitte der zweiten Halbzeit rackern und arbeiten, um den tief verteidigenden Großbeerener HC endlich zu überwinden. Durch diesen äußerst knappen, aber verdienten 1:0 Sieg, rückte der MHC in der Tabelle bis auf einen Punkt an die SG Rotation PB 2 heran. Da diese Mannschaft der letzte Gegner war, hatten die Mariendorferinnen es selbst in der Hand, noch auf den vierten Platz in der Tabelle vorzurücken. Diese Chance ließen sie sich nicht nehmen. Durch eine konzentrierte Leistung stand schlussendlich ein souveräner 3:0 Erfolg zu Buche.
Da sich die zweite WU14-Mannschaft des TuSLi als Tabellenführerin der Liga-Gruppe A für die diesjährige WU14-Endrunde qualifizierte, sollte TuSLi 3 als Erstplatzierte der Liga-Gruppe B nicht daran teilnehmen. Dies bedeutete, dass die Mannschaft des MHC als Tabellenvierte der Liga-Gruppe B zur besagten Endrunde eingeladen wurde.
Am 15. + 16. März 2025 sollten die Mannschaften der sechs erfolgreichsten Vereine aus der WU14 Berlin Liga in der Halle des Hannah-Arendt-Gymnasiums in Potsdam um den Gesamtsieg kämpfen.
Im ersten Gruppenspiel forderten die MHC-Mädels die in Abwesenheit von TuSLi 3 vermeintlich Stärksten aus der eigenen Vorrundengruppe – Zehlendorfer Wespen 3 – heraus. Einem 0:1 zur Pause folgte eine erhebliche Leistungssteigerung der Kleeblatt-Trägerinnen mit anschließender Führung, trotz insgesamt teils fragwürdigen Pfiffe. Leider musste in der letzten Spielminute der Ausgleich zum leistungsgerechten 3:3 hingenommen werden. Die Mariendorferinnen waren aber mit Mut und Biss in die Endrunde gestartet.
Im zweiten Gruppenspiel stand man dem Gastgeber gegenüber. Als Zweiter der Vorrundengruppe A konnte Potsdamer SU seinerzeit einen klaren Sieg gegen die Überfliegerinnen von TuSLi 2 Anfang März nachweisen. MHC war vorgewarnt. Mit beeindruckendem Einsatz, viel Geschick und etwas Glück, gingen die Kleeblattmädchen in Führung. Wenige Minuten vor der Halbzeit wurde jedoch eine kurze Ecke für PSU gepfiffen. Zwar konnte diese erfolgreich abgewehrt werden, jedoch fand eine Potsdamerin die Lücke und schoss unhaltbar ins Mariendorfer Tor. Zum Glück stand sie dabei ca. einen Meter außerhalb des Schusskreises. Zum Glück? Leider sah der Schiedsrichter es anders und entschied auf Tor. Trotz flehender Erklärungsversuche der MHC-Trainerbank und der Zuschauer blieb die Entscheidung bestehen. Dem mit fortschreitender Spieldauer zunehmenden Druck der Potsdamerinnen hielt man stand. Es blieb demzufolge beim zweiten Unentschieden
Das konnte den MHC nicht vom Halbfinaleinzug abhalten. Durch einen knappen Sieg von Potsdamer SU gegen Wespen 3 standen die Mariendorferinnen im Halbfinale.
Um 14:00 Uhr am darauffolgenden Sonntag wartete dort lächelnd die hochfavorisierte TuSLi 2- Mannschaft. Zwei deutliche 3:1 – Siege der Schwestermannschaft gegen den MHC aus der Vorrunde sowie einen Durchmarsch am ersten Tag der Endrunde deutete auf eine klare Angelegenheit hin. Die Rechnung sollte man aber nicht ohne den Wirt machen…
Wie erwartet, begannen die Lichterfelderinnen druckvoll. Mit hohem Pressing liefen sie ein ums andere Mal unsere zwei Abwehrspielerinnen Isabelle und Stella(o) beim Torabschlag hart an und wollten schnell zum Abschluss kommen. Mit zunehmender Spieldauer konnten sich beide jedoch durch schnelles und präzises Zuspiel immer wieder aus der TuSLi-Umklammerung befreien. Diese aggressive Spielweise der Favoritinnen öffnete dagegen Räume für die Gelbschwarzen im Mittelfeld. Das wussten sie zu nutzen. Leni und Sophia lauerten abwechselnd dort auf die Zuspiele aus der Abwehr. Die geschickt eingeleiteten Angriffe auf Julie, Laureen, Stella(a) oder Amelie sorgten für Entlastung. TuSLi rieb sich auf und kam nicht zum Erfolg. Zur Halbzeit stand es 0:0.
Mitte der zweiten Halbzeit wurde es dann ernst. Ein gelb-schwarzer Torschuss wurde von einer Lichterfelderin regelwidrig mit dem Fuß auf der Torlinie gestoppt. Die in dieser Begegnung regelsicheren Schiedsrichter entschieden auf Siebenmeter. Kurze Absprache mit den Mitspielerinnen und Laureen schnappte sich den Ball, entstaubte ihre Schuhsohlen an den Stutzen, dehnte sich noch einmal und nickte anschließend dem Schiedsrichter zu. Sein Pfiff war noch nicht verklungen, da flog auch schon der Ball halbhoch, den linken Pfosten streichelnd, ins Tor. MHC führte 1:0.
Kurze Zeit später eroberte Julie auf Höhe der Mittellinie den Ball und schnitt sich wie ein heißes Messer durch Butter über rechts durch die gegnerische Abwehr in Richtung Grundlinie. Im Schusskreis eingedrungen, schlenzte sie elegant den Ball an der herauseilenden Torhüterin vorbei ins Tor. Nun führte MHC sogar mit 2:0 in diesem Halbfinale.
TuSLi schaffte fünf Minuten vor Schluss abgebrüht den Anschlusstreffer. Nun hieß es aber Daumen drücken für Gelb-Schwarz. Die Mariendorferinnen verteidigten mit Frau und Maus. TuSLi drückte und presste, kam aber schlussendlich nicht mehr an Clara vorbei.
Das Finale war für die WU14 des MHC erreicht.
BHC 2 entledigte sich von der Halbfinalaufgabe Potsdamer SU erst im ShootOut mit 4:3 und wartete zähnefletschend auf den finalen Anpfiff.
Während des umkämpften Spieles um Platz 5 zwischen Zehlendorfer Wespen 3 und HC Berlin Brandenburg konnte im Vorraum des Veranstaltungsortes einem lautstarken Telefonat beigewohnt werden, in dem zwanghaft versucht wurde, einen Gastronomen davon zu überzeugen, seinen bevorstehenden Feierabend zeitlich nach hinten zu verschieben, um am frühen Abend eine BHC-Feier auszurichten.
Wespen 3 und HCBB trennten sich 2:2 unentschieden; ein mögliches Shoot Out hatten beide Beteiligten im Vorfeld ausgeschlossen, insofern haben wir zwei leistungsgerechte fünfte Plätze.
Im Spiel um Platz 3 erkämpfte sich die heimbevorteilte Potsdamer SU ein knappes 2:1 gegen ein gebrochenes TuSLi 2.
Das auf 17:20 Uhr vorverlegte Finale konnte nun beginnen.
Dieses startete durch BHC 2 erwartungsgemäß druckvoll. Stella(o) und Isabelle hatten alle Schläger voll zu tun. Leni bzw. Sophia waren überall anzutreffen. Die Stürmerinnen des MHC waren das erste Abwehrbollwerk. Da die BHC-Mädels nicht mit ihrer gewohnten Passgenauigkeit aufwarteten, wurde Clara aber nicht ernsthaft geprüft.
Präzision war jedoch in den gelbschwarzen Tempogegenstöße präsent. Nach fünf Minuten nahm Julie einen gezielten Pass in die Tiefe von Laureen dankend an, spielte die sich vor ihr aufbauende Abwehrspielerin wirr, zog über rechts in den Schusskreis Richtung rechten Pfosten und vollendete gnadenlos aus spitzem Winkel in die Torwartecke. MHC führte 1:0.
Kurze Zeit später zog Julie wieder das heiße Messer und verwandelte leichtfüßig. MHC führte 2:0.
Noch vor dem Pausenpfiff schlenzte Stella(a) aus halbrechter Position knapp innerhalb des Schusskreises den Ball lehrbuchmäßig ins rechte Toreck.
Zur Halbzeit stand es 3:0. Die BHC-Mädels schauten ungläubig auf die Anzeigetafel; die MHC-Mädels taten es ihnen nach.
Wie schon im Halbfinale, erarbeitete sich der Gegner einen sicherlich verdienten, weil hart erkämpften Anschlusstreffer in der zweiten Halbzeit. Die Mariendorferinnen ließen aber mehr nicht zu. Eine konzentrierte Abwehrleistung ermöglichten den Spielstand zu halten. Auch eine noch dem BHC in der Schlussminute zugesprochene Strafecke hätte am Sieg der Kleeblatt-Trägerinnen nichts mehr geändert. Der Ordnung halber wird an dieser Stelle erwähnt, dass die besagte kurze Ecke keine Ergebnisänderung einbrachte.
Die WU14 des Mariendorfer HC ist Berliner Liga-Sieger 2024/25.

Ein großer Dank gilt dem Trainerteam. Es schaffte es, eine sportliche Einheit aus dem buntzusammengewürfelten Haufen zu formen.
Ein großer Dank gilt aber insbesondere der Mannschaft. Sie schaffte es -allen Vorurteilen zum Trotz- sich als Einheit zu sehen, einander zu vertrauen und füreinander auf dem Platz da zu sein. Dabei spielten Herkunft, Alter, Können keine Rolle. Das Miteinander war der Schlüssel zum Erfolg.
Danke Mädels für diese Lehrstunde; und natürlich für die spielerischen Momente.
Ihr seid wahrhaftig eine Turniermannschaft 😊